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RHEIN-ZEITUNG  Artikel, Montag 19. Juni 1978

 

Loreley-Rock mit Feuer
 

von Manfred Hofmann


St.Goarshausen. Mit Feuer und Sachschaden in Höhe von rund einer Million Mark endete in der Nacht zum Sonntag ein Rockkonzert auf der Loreley. Im „Amphitheater“ auf dem Rheinfelsen waren unter etwa 10 000 Zuschauern Tumulte ausgebrochen, als bekannt gegeben wurde, dass die Hauptattraktion des Konzertes, der Auftritt der Rockmusikgruppe „Jefferson Starship“ aus Los Angeles (USA) ausfallen musste. Daraufhin stürmten randalierende Jugendliche die Bühne, zertrümmerten die Lautsprecheranlage, montierten das Bühnenzeltdach ab und steckten es in Brand. Feuerwehrleute wurden mit Gewalt an den Löscharbeiten gehindert. Die Polizei nahm vier Jugendliche unter dem Verdacht der Brandstiftung fest. Schon am Anfang de Konzerts waren etwa 50 Besucher wegen Drogenmissbrauchs festgenommen worden.

Auf der Loreley schlugen sie alles kurz und klein

 
Tausende von Fans fühlten sich betrogen und nahmen Rache

Loreley/St.Goarshausen. Was so vielversprechend angekündigt worden war und so harmonisch begann, endete in Zerstörungswut und mit einem Schaden, der schätzungsweise eine Million Mark übersteigt.

Tausende von Fans fühlten sich nach stundenlangem Warten – zeitweise in strömenden Regen – auf der Loreley-Freilichtbühne „betrogen“, als der Veranstalter Werner Kuhls von der Sunrise-Agentur in Hamburg kurz vor 20 Uhr mitteilte, dass der Auftritt der amerikanischen „Jefferson Starship“-Gruppe nicht stattfinden könne, da die Top-Sängerin Grace Slick plötzlich erkrankt sei.

Die Veranstaltung sei damit beendet, teilte er weiter mit, doch werde es in Kürze ein eintrittfreies Ersatzkonzert an gleicher Stelle stattfinden, dessen Termin man rechtzeitig bekannt geben wolle. Was er noch weiter zu sagen hatte, ging dann in einem gellenden Pfeifkonzert der 10 000 Besucher unter.

Ein paar tausend von ihnen räumten resigniert die Freilichtarena, schimpften auf den Veranstalter und sprachen von Schadenersatzansprüchen, die sie geltend machen wollten. Immerhin hatte eine Eintrittkarte 28 Mark gekostet, dazu kamen dann noch die Fahrtkosten für die teilweise beachtlichen An- und Rückreisestrecken der jungen Leute.

Ein „harter Kern“ blieb zurück. Zuerst flogen Papierteller, dann Flaschen, schließlich noch schwerere Wurfgeschosse auf die nun auch in der Dunkelheit liegende Bühne. Dann aber stürmte eine unkontrollierbare Menge voller Aggressivität und Zerstörungswut über die Absperrgitter, die einfach niedergerissen wurden.


Plötzlich in Flammen

Das große Zeltdach, die Geräte auf der Bühne und einige Ausstattungsgegenstände standen plötzlich in Flammen. Als die Feuerwehr anrückte , wurde sie in ihren Löscharbeiten behindert. Da auch unter Polizeischutz ein Weiterlöschen unmöglich war, zogen sich die Wehrmänner zurück. „Wir attackieren nicht die Feuerwehr, aber das Ding hier soll abbrennen!“, wurde von den jungen Leuten immer wieder erklärt.

Inzwischen war Polizeiverstärkung aus dem gesamten nördlichen Landesteil angefordert worden, die dann in Scharen zur Loreley strömte. Es gab Schlägereien und weitere Ausschreitungen, Verletzte und Schwerverletzte – sowohl unter den deutschen Besuchern aus nah und fern als auch unter den zahlreichen amerikanischen Gästen die vorwiegend aus dem Raum Wiesbaden gekommen waren.


Abmontiert und abgeschleppt

Die Super-Elektronik-Einrichtung wurde vollkommen zusammengeschlagen, kein Stück blieb auf dem anderen. Erst nach Mitternacht trat allmählich wieder Ruhe ein. Am nächsten Morgen aber wurde von den noch verbliebenen Veranstaltungsbesucher alles, was noch halbwegs verwertbar war, abmontiert und abgeschleppt: Scheinwerfer ebenso wie Elektronikteile, Lampenhalter, Kabelstränge und schwere Metallkisten ohne und mit Inhalt, die aus den Kofferräumen der abfahrenden Autos ragten.

Wie ein Polizeisprecher gestern Vormittag mitteilte, richteten sich die Angriffe ausschließlich gegen Werner Kuhls, der aber unauffindbar blieb, sowie gegen Sachwerte.

Die drei riesengroßen amerikanischen Sattelschlepper, die das Material antransportiert hatten, mussten wohl weitgehend leer wieder abfahren. Tote hat es glücklicherweise keine gegeben, ebenso bewahrheiteten sich erste Verlautbarungen, dass auch einige Autos in Brand gesteckt worden seien nicht. Leider spielte aber nach den Feststellungen der Polizei und der US Military Police die Drogenszene wieder eine Größere Rolle.


Ein trostloses Bild

Auf der Loreley-Freilichtbühne bot sich am gestrigen Sonntagmorgen ein trostloses nahezu unbeschreibliches Bild. Wie es nun weitergehen wird ( es sind für dieses Jahr noch zwei weitere Grossveranstalungen dieser Art vorgesehen und angekündigt), wagt niemand zu prophezeien.

Dabei hatte die Sunrise-Agentur die Veranstaltung – wenigstens auf dem Papier – ganz ausgezeichnet organisiert: um 16.30 Uhr „Brand-X“, um 18 18 Uhr Jonathan Richman, um 19.30 Uhr Leo Kottke und von 21 bis 23 Uhr „Jefferson Starship“.

Doch nur “Brand-X“ und Leo Kottke mit seiner zwölfseitigen Gitarre traten auf. Zu dieser Zeit waren die Eingangstore zur Loreley-Freilichtbühne schon weit geöffnet und ohne Kontrolle der Eintrittskarten passierbar. Das musste bereits zu denken geben, und bald wurde hinter vorgehaltener Hand geflüstert, „Jefferson Starship“ sei nur mit drei Künstlern präsent ( zur Gruppe gehören bekanntlich sieben Mitwirkende).

Weitere Probleme zeichnen sich auch andernorts ab: Am heutigen Montag steht ein Konzert des „Sternenschiff“ im Kongress-Zentrum in Hamburg, am morgigen Dienstag auf der Waldbühne in Berlin auf dem Programm. Beide Veranstaltungen sollen schon seit Tagen ausverkauft ein.
 
 

 

waiting for Jefferson Starship


 

the day after

 

destruction





FRANKFURTER ALLGEMEINE  Artikel, Montag 19. Juni 1978
 

Millionenschaden bei Rockkonzert

ST.GOARSHAUSEN,18.Juni (dpa) Mit schweren Ausschreitungen und einem Sachschaden in Höhe vun rund zwei Millionen Mark ist in der Nacht zum Sonntag ein Rockkonzert auf der Loreley zu Ende gegangen.
In dem "Amphitheater" auf dem traditionsreichen Rheinfelsen waren unter etwa 10 000 Zuschauern Tumulte ausgebrochen, als bekanngegeben wurde, dass die Hauptattraktion des Konzertes, der Auftritt der Rockmusik-Gruppe "Jefferson Starship" aus Los Angeles, wegen eines Krankheitsfalls ausfallen würde. Feuerwehrleute wurden an den Löscharbeiten gehindert. Die Polizei, die mit 100 Mann angerückt war, nahm vier Jugendliche unter dem Verdacht der Brandstiftung fest. Schon zu Beginn des Konzerts waren etwa 50 Besucher wegen Drogenmissbrauchs festgenommen worden. Verletzte wurden trotz eines Hagels von Stein- und Flaschenwürfen nicht registriert






 
RHEINISCHE POST  Artikel, Montag 19. Juni 1978
 

 

Von unserem Redaktionsmitglied Uwe Witsch


ST.GOARSHAUSEN - Misstrauisch blickte ich am Samstag bei der Fahrt nach St.Goarshausen aus dem Zugabteil. Mich beschäftigte die bange Frage, ob es sich einregnen würde, denn ich verspürte keine grosse Lust, auf der Freilichtbühne der Loreley die Rock-Band "Jefferson Starship" von der kalifornischen Sonnenküste im Dauerregen zu geniessen.

Doch es kam alles viel schlimmer. Der traditionsreiche Rheinfelsen wurde Austragungsort eines grossen Tumultes, bei dem 10.000 aufgebrachte Fans die Bühne zertrümmerten. Der Schaden geht in die Millionen Mark, es gab mehrere Verletzte. Die deutsche Rockmusik-Szene hat ihr zweites Scheessel , wo vor einem Jahr ebenfalls die gesamte Bühneneinrichtung in Schutt und Asche aufging.

Als der Hamburger Veranstalter Werner Kuhls am Samstagabend gegen 19.30 Uhr die Bühne betrat und bekanntgab, "Jefferson Starship" werde nicht auftreten, weil die Sängerin Grace Slick erkrankt sei, hagelte es sogleich Protest. Die Menge liess sich auch nicht durch das Versprechen beruhigen, die amerikanische Band wolle später mit einem Freikonzert alles wieder gutmachen.

Zu diesem Zeitpunkt stand ich gerade hinter der Bühne. Schon kam ein Bühnenordner angetaumelt, lehnte sich gegen die Zeltwand und stützte sich auf die Helfer: Von der Schläfe strömte Blut. Ich schrie " Achtung", duckte mich, und im selben Moment sauste eine Cola-Dose an meinem Kopf vorbei. Schnell bahnte ich mir einen Weg zu den höheren Rängen des Amphitheats, um von sicherer Warte den Tumult zu verfolgen.

Ein wahrer Hagel von Dosen, Flaschen und Steinen donnerte aud die Bühne. Ein Verstärker explodierte blitzartig, Rauch stieg auf , Nebelraketen zischten in die Höhe und verbreiteten Schwefelgestank. Als der Rauch verzogen war, stürmten rund hundert Fans die Bühne. Zuerst war das Schlagzeug dran. Mit Steinen und Stöcken wurde auf die Kisten und Kästen eingeschlagen. Es klirrte und schepperte. Bald war die Lichtanlage runtergekurbelt und ein einziger Scherbenhaufen. Dann stürzten Gerüste zu Boden. Einige Rowdies kletterten auf die Lautprechertürme und liessen die Boxen nur so purzeln. Jeder erfolgreiche Gewaltakt wurde von der umstehenden Menge beklatscht. Betrunkene Soldaren der amerkanischen Armee feuerten die Randalierer lauthals an. Mit dem Kleinholz wurde vor der Bühnenrampe ein Feuer entfacht.

Eine Hundertschaft der Polizei rückte an, um ihrem ehemaligen Kollegen (Veranstalter Kuhls war einst Polizist) zu Hilfe zu eilen. Doch angesichts der wütenden Menge verzog sie sich sogleich ins Gebüsch. Zwei Feuerwehrleute suchten Schutz hinter dem Bühnenzelt, ihnen war das Wasser abgedreht worden.

Eine Stunde nach Beginn des Tumults drang für Sekunden der rot glühende Ball der untergehenden Sonne durch die regenverhangenen Wolken. Da stand für Veranstalter Kuhls bereit fest, dass "Jefferson Starship" ihre Europa-Tournee mit Auftritten in Hamburg (heute) und Berlin (morgen) nicht fortsetzen werden. Auf dem Bahnsteig von St.Goar gröhlten Amis einem nach Mainz durchfahrenden Zug nach. Ihnen stand eine lange Nacht bevor.



RHEIN-ZEITUNG  Artikel, Dienstag 20. Juni 1978

 

Wo blieb die Psychologie?
 

-nn- LORELEY. Psychologie Heisst: "Lehre von der Seele". Sie wird in unsere heutigen Zeit hoch bewertet. Bei Geiselnahmen z. B. bedient sich die Polizei in aller Welt der Unterstüztung durch Psychologen. Politiker und Parteien tun es - durchaus nicht nur in Wahlkampfzeiten - gleichfalls. Die Erkenntnisse und Beratungen bewegen sich dann im Bereich der "Massen-Psychologie".

Werner Kuhls, der Veranstalter von " Jefferson Starship" auf der Loreley war jedenfalls Psychologisch schlecht geschult, als er vor die 10 000 Bescucher trat um mitzuteilen, dass die Top-Stars nicht kommen.

Zunächst dürfte es verkehrt gewesen sein, eine Erklärung zuerst in Englisch abgeben zu lassen. Die Mehrzahl der deutschen Besucher verstand es nicht, meinte bei "Jefferson Starship", jetzt würden endlich die Idole auftreten, und sie konnten zunächst gar nicht begreifen, warum Tausende von Amerikanern wütend pfiffen.

Als sich dann Werner Kuhls mit seienm Namen vorstellte, wurde er das "Opfer", da er sich aus der Anonymität herausgehoben hatte. Man schrie nach ihm und glaubte, in seiner Person den einzigen und richtigen Sündenbock gefunden zu haben. Daran änderte auch die Anrede des vertraulichen "Ihr" nichts. Ebensowenig wie das Versprechen eines Freikonzertes der "Jefferson Starship" zu einem späteren Zeitpunkt.

Ein junger Mann hinter uns resümierte sogleich:"Wenn ich nun an dem Tag keine Zeit zum kommen habe? Und wer ersetzt mir die doppelten Fahrtkosten? Ich mache auf jeden Fall Schadenersatzansprüche geltend!"
"Das Konzert ist damit beendet", waren die abschliessenden Worte von Kuhls, die wohl den eigentlichen Zündfunken erzeugten, optisch verbunden mit der plötzlich stockdunklen Bühne. Auch das alles war vollkommen verkehrt.

Hätte man nicht frühzeitig in den Pausen auf die "Schwierigkeiten" mit "Jefferson Starship" in steigender Form hinweisen können? Dann wäre das Publikum jedenfalls nicht so unvorbereitet gewesen, wie es nun plötzlich der Fall war.

Hätte man nicht ein Ersatzprogramm anbieten, die Auftritte der vorangegangen Künstler verlängern können? Na ja, hinterher ist man immer klüger.

Vor uns liegt ein umfangreicher minuziös ausgearbeiteter Organisationsplan des"Sunrise-Concert-Büros", Angefangen vom Abholen der Gruppen am TEE-Zug in Mainz oder auf dem Flughafen in Frankfurt/M., bis zur Uhrzeit des Bereitseins hinter der Bühne und schliesslich der Minute des Auftritts.

Für "Jefferson Starship" waren in einem Wiesbadener Spitzenhotel beispielweise 37 Betten gebucht.

Sogar für die Anfahrt zur Loreley fehlte der Hinweis nicht: " Rechnen Sie bitte im Hinblick auf den starken Feiertagsverkehr mit längeren Fahrzeiten als gewöhnlich".

Dies allesk lar, korrekt, unmissverständlich, in Englisch. Daran hat es also gwiss nicht gelegen.

Im Raum stehen bleibt aber zunächst der immer wieder erhobene Vorwurf, der Veranstalter habe schon am Morgen von dem Ausbleiben der "Jefferson-Starship-Gruppe" gewusst, aber munter bis zum Veranstaltungsbeginn weitere Eintrittskarten verkauft. Das Stück zu 28 Mark. Dazu wäre eine Erklärung höchst angebracht, ob dass tatsächlich stimmt.




RHEIN-ZEITUNG  Artikel, Mittwoch 21. Juni 1978

Rauschgift und Alkohol!  Vorübergehende Festnahmen  

Schutzpolizeiinspektion St.Goarshausen zog Loreley-Bilanz

-nn/eh- ST.Goarshausen. Nach den Ausschreitungen auf der Loreley-Freilichtbühne hat jetzt die Schutzpolizeiinspektion St.Goarshausen einen zusammenfassenden Bericht Bericht gegeben, indem u.a. ausgeführt wird, dass am Samstagabend etwa 10 000 Besucher zu dem Konzert gekommen waren.

Dabei habe es sich auschliesslich um junge Leute, davon etwa die Hälfte mit amerkanischer Staatangehörigkeit, gehandelt.

Die Zerstörungen richteten sich gegen Sachwerte und Gegenstände, die mit dem Veranstalter in Verbindung gebracht werden konnten. Lediglich als die Feuerwehr unter Polizeischutz löschen wollte, seien auch in ihre Richtung Gegenstände geworfen worden.

Als zu erwarten war, dass sich die Angriffe verstärken würden und auch nach aussen getragen werden könnten, seien noch etwa 5000 bis 6000 Personen in der Anlage gewesen. Ein weiteres Vorgehen der Polizei gegen diese gereizte und gewalttätige Masse habe die Einsatzleitung aus Gründen der Verhälnissmässigkeit nicht als opportun angesehen.

Draufhin wurden die Einsatzkräfte verstärkt und auf andere gefährdete Objekte konzentriert. Dieser Entscheidung sei es zu verdanken gewesen, dass bei Polizei und Feuerwehr keine Verletzten zu verzeichnen seien.

Auch unter den randalierenden Jugendlichen Besuchers gab es nach Angaben der Polizei nur einige Leichtverletzte, die von den Helfern des DRK an Ort und Stelle versorgt werden konnten. Das DRK registruerte nach dem Beginn der Ausschreitungen die Behandlung von 16 Personen. Ein junger Mann musste mit einer Augenverletzung in das Krankenhaus geflogen werden.

Wie der Verantalter der Plozei gegenüber erklärte, überschreitet der Sachschaden die Höhe von 1 Million.

Die Polizei nahm fünf Personen unter dem Verdacht des Landfriedensbruches vorläufig fest. Sie wurden jedoch nach kurzer Zeit wieder entlassen, da kein Haftgrund vorlag.

Während des gesamten Polizeieinsatzes wurden mehr als 50 Personen wegen verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Rauschgiftmittelmssbrauch) vorläufig festgenommen. Mehrere Besucher mussten ich wegen Alkoholmissbrauchs einer ärztlichen Behandlung unterziehen.

Im Zusammenhang mit der Veranstaltung wurden vier Angehörtige der US-Streitkräfte festgenommen und der MP überstellt. Sie hatten auf dem Weg zur Loreley die Kennzeichen an einem amerikanischen Fahrzeug abmontiert und an ihrem eigenen Wagen angebracht.

Durch die ständige Überwachung der Parkräume sei es möglich gewesen, Eigentumdelikte weitgehend zu verhindern. Es wurde nur eun PKW-Diebstahl gemeldet.

Die Polizei wies abschliesend noch darauf hin, dass mit eienem reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu rechnen gewesen wäre, wenn wenn nicht das Fehlen von zwei angekündigten Künstlergruppen zu den gewalttätigen Ausschreitungen geführt häatte.




RHEIN-ZEITUNG Foto,  Dienstag 27. Juni 1978
 




 

RHEIN-ZEITUNG  Artikel, Mittwoch 28. Juni 1978

Kuhls nahm Stellung  
Zu den Vorfällen auf der Loreley-Freilichtbühne

-nn- LORELEY. Werner Kuhls, der Inhaber des "Sunrise Concetbüros" in Hamburg, das die Veranstaltung mit "Jefferson Starship" auf der Loreley durchführen wollte, hat jetzt zu den Tumulten wegen des Nichtauftretens der Gruppe ausführlich Stellung genommen. In den Ausführungen heisst es u.a.:

"Nach all dem Desaster und Durcheinander möchte ich mitteilen, wie sich das "Sunrise Concertbüro" zu dem gesamten Komplex stellt. Ohne jetzt selbst beurteilen zu wollen, ob ich als verantwortlicher Leiter der Veranstaltung Fehler gemacht habe, bin ich der Meinung, dass keiner der Besucher das Recht hat, alles zu zerstören, und in Brand zu setzen.

Wenn "JeffersonStarship" nicht dagewesen wäre, wenn ich auch keinen Vertrag mit denen gehabt hätte, dann hätte man mich gerichtlich belangen können. Aber nicht rechtfertigt die sinnlose Zerstörung, da sie keinem Nutzen bringen kann.

Ich möchte hier ausdrücklich feststellen, dass Grace Slick am Spätnachmittag an einer Speisenvergiftung erkrankte. Hinzu kam eine weitere Infektion. Das ist von einem Arzt bei einer einstündigen Untersuchung eindeutig festgestellt worden und ist mir auch von dem Arzt vestätigt worden.

In der mir dann noch verbliebenen einen Stunde bis zum Bekanntwerden der Absage, habe ich versucht, die Gruppe davon zu überzeugen, ohne Grace Slick auf die Bühne zu gehen. Die Gruppe hat darauf bestanden, das Konzert abzusagen und es zu einem neuen Termin als free-concert nachzuholen.

Da das "Sunrise Concertbüro" aufgrund der bislang unübersehbaren Zerstörungen auf der Bühne nicht in der Lage ist, das angebotene free-concert durchzuführen, sind wir bereit, dem Konzertbesucher unterbestimmten Voraussetzungen einen Teil des gezahlten Eintrittsgeldes zurückzuerstatten.

Für jedes in unser Büro eingehende Ticket überweisen wir dem Absender 11,50 Mark. Die Konzertbesucher möchten mindestens die Hälfte des von ihnen gekauften Tickets an uns schicken, da es technisch unmöglich ist, mit den Vorverkaufstellen abzurechnen.

Wir hoffen sehr, trotz des Desasters, hiermit eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden zu haben. Sie können Gewiss sein, dass ich und meine Mitarbeiter und auch die Mitglieder von "Jefferson Starship" mehr als Verständniss hatten für den Unwillen des Publikums, das teilweise schon seit dem Vortage in strömendem Regen auf das Ereignis wartete."



RHEIN-ZEITUNG  Artikel, Donnerstag 6. Juli 1978

Gage zurückgezahlt

St. Goarshausen. Ihre Gage in Höhe von rund 100 000 Mark wird die amerikanische Rockgruppe "Jefferson Starship" an das Sunrise-Concertbüro Hamburg zurückzahlen. Die Gruppe hatte diese Summe nach Angaben der Agentur für ein Gastspiel auf der Loreley bei St. Goarshausen kassiert, ihren Auftritt jedoch wenige Minuten vor Beginn des Konzerts abgesagt. Die Schäden die verärgerte Jungendliche auf der Freilichtbühne angerichtet hatten, berechnete Sunrise auf 810 000 Mark.
 


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