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CONCERT Magazin by SUNRISE-CONCERTBÜRO, 1978
 

Jefferson Starship

Eine kalifornische Rocklegende

 

Amerikas berühmteste Westcoast-Band nach zehn Jahren erstmals wieder in Deutschland

Zehn Jahre lang liessen die kalifornischen Kultrocker Grace Slick, Paul Kantner, Marty Balin und Co, besser bekannt als JEFFERSON STARSHIP, ihre Fans in Good Old Germany schmoren. Kein Wunder, dass die Ankündigung einer sommerlichen Blitztournee bei den Freunden der Westcoast-Music wie eine Bombe einschlug . Das Sternenschiff aus San Francisco wird dreimal in der Bundesrepublik landen: Am 17.Juni ist auf der Loreley Freilichtbühne bei St.Goarshausen Premiere. Am 19.Juni ist die Band dann im Hamburger CCH zu hören und am 20.Juni auf der Berliner Waldbühne. Bei allen drei Konzerten spielen die englischen Jazzrocker von BRAND X im Vorprogramm . In Berlin und auf der Loreley kommt ausserdem der amerikanische Wundergittarist LEO KOTTKE dazu. Auf der Loreley wird das Programm durch die amerikanische Gruppe ATLANTA RHYTHM SECTION abgerundet.

JEFFERSON STARSHIP gilt als die wichtigste Musikformation der amerikanischen Westcoastzene. Hervorgegangen ist das Septett aus der 1965 in San Francisco gegründeten Band JEFFERSON AIRPLANE. Rechnet man alle "Airplane"- und "Starship"-Platten sowie die diversen Soloprojekte zusammen, kommt man auf über 20 LP's und Alben, auf denen die Entwicklung des Westcoastrock dokumentiert ist von den Anfängen des elektrifizierten Folkrock bis zu den psychedelischen Spacetrips und den ausgefeilten überlangen Instrumentalparts in denen sich alle erdenklichen Elemente wie Jazz, Blues, Rock, Folk etc. zum typischen komplexen "Jefferson"-Sound mischen

Zur "Starship"-Family gehören auch Gruppen wie "Moby Grape", "New Riders Of The Purple Age" und "Hot Tuna" die alle von ehemaligen "Jefferson"-Mitgliedern gegründet wurden. Auf diese Weise hatte die Band über 13 Jahre hinweg den Einfluss auf die gesamte amerikanische Musikzene.

 


Grace Slick interview



FRAGE: Wie kam es eigentlich zum Wechsel des Gruppennamens von JEFFERSON AIRPLANE zu JEFFERSON STARSHIP?

GRACE: Ursprünglich war das nur der Titel eines Airplane-Songs. Er wurde geschrieben lange bevor Airplane auseinanderbrach. Der Song war das Zentral-Thema von Pauls-Solo-LP "Blows Against The Empire", eine phantastische Science-Fiction-Geschichte über ein entführtes Raumschiff. Im Laufe der Arbeit an dieser Platte ergab es sich dass JEFFERSON STARSHIP ein Spitzname wurde für alle, die daran teilnahmen. Wir haben den Namen dann allerdings erst bei der nächsten Platte "Dragon Fly" angenommen.

FRAGE: Gebt ihr in Amerika noch immer eure legendairen Free-Concerts?

GRACE: Sicher- Letztes Jahr beispielsweise im Central Park mitten in New-York. Es war phantastisch. Allerdings ist es etwas schwieriger geworden, denn die Behörden haben in vielen Städten Angst, es könnte zu einem Desaster kommen wie in Altamont. In London zum Beispiel wollten wir im Hydepark spielen und man hat es nicht zugelassen. Der einzige Staat der Welt, wo es eigentlich jederzeit möglich ist, so etwas zu machen, scheint wirklich Kalifornien zu sein.

FRAGE: Warum tretet ihr so selten auf?

GRACE: Unser Vertrag schreibt uns vor, eine bestimmte Anzahl von Aufnahmen pro Jahr abzuliefern und das wir ziemlich langsam arbeitende Studiomusiker sind, brauchen wir dafür die meiste Zeit. Da bleibt uns dann keine Zeit zum Üben und eine Tournee vorzubereiten. Normalerwiese können wir unsere Plattenfirma auch dazu überreden, nicht so viel zu tun. Aber in letzter Zeit haben die uns ganz schön zugesetzt. So haben wir uns aufgerafft und unseren Europa-Trip geplant.

FRAGE: Wie wird Euer live-Programm aussehen?

GRACE: Wir haben ein riesiges Repertoire, das sich im Laufe der Jahre angesammelt hat. Alle Airplane-LPs und Soloalben zusammen sind das über 20 Platten. Rund vierzig Titel aus allen Epochen unserer Geschichte bilden das Standardrepertoire. Davon spielen wir jeden Abend circa 20. Die Auswahl wechselt je nach Stimmung. Ein Konzert dauert mindestens zwei Stunden, aber auf der Bühne sind wir nicht so faul wie im Studio und deshalb sind bei entsprechender Atmosphäre dem Zugabenteil keine Grenzen gesetzt.


 


 

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